Presseerklärung
Express-S-Bahn "light"
„Bezüglich der Pläne, auf der jetzigen S-Bahn-Linie 1 zum Flughafen mit einer Express-S-Bahn „light" die Fahrzeit zwischen Hauptbahnhof und Flughafen zu verkürzen, ist auch nach den Äußerungen und Überlegungen der Deutschen Bahn AG höchste politische Wachsamkeit erforderlich“, stellen der Bundestags-abgeordnete und der Landtagsabgeordnete für den Münchner Norden, MdB Johannes Singhammer und MdL Joachim Unterländer, fest.
Nach Bekanntwerden der Pläne hatte sich MdL Joachim Unterländer sowohl an das Bayerische Wirtschaftsministerium als auch an die Flughafen München GmbH und an die Deutsche Bahn AG gewandt.
Zwischenzeitlich liegt ein Antwortschreiben des Konzernbevollmächtigten für den Freistaat Bayern der Deutschen Bahn „Mobility Networks Logistics“ vor, das zu Lärmschutz, Taktverdichtungen und längeren Schrankenschließzeiten an den Bahnübergängen im Münchner Norden (Lerchenauer- und Feldmochinger Straße) Folgendes feststellt:
- „Die Strecke München-Neufahrn bei Freising unterliegt einem Bestands-schutz. Somit können aus der reinen Ausweitung der Zugzahlen auf dieser Strecke keine Ansprüche hinsichtlich Lärmschutzmaßnahmen hergeleitet werden. Unbeschadet dessen hat der Bund die grundsätzliche Notwendigkeit einer Lärmsanierung auch an dieser Strecke festgestellt und sie in ein freiwilliges Programm zur Lärmsanierung im so genannten Abschnitt 213 aufgenommen.
Bedauerlicherweise ist das Programm des Bundes mit jährlich rund 100 Mio. Euro nicht ausreichend dotiert. … Selbst bei einer nun angedachten Ausweitung des S-Bahn-Verkehrs auf dieser Strecke mit vergleichsweise leisen Fahrzeugen rechnen wir (Anm. Deutsche Bahn) somit mittelfristig nicht mit einer Finanzierung von lärmsanierenden Maßnahmen.
- Verschlechterungen für die Nutzer der S 1, auch an den S-Bahn-Haltestellen Fasanerie und Feldmoching, sind im Kontext von Überlegungen für eine Express-S-Bahn zum Flughafen nicht geplant. Sowohl die Anzahl der Halte als auch die Fahrzeugen zur Innenstadt würden sich nicht verändern.
- Die Schrankenschließzeiten an den beiden erwähnten Bahnübergängen im Münchner Nordwesten lassen sich leider auch im Rahmen einer Modernisierung nicht weiter verkürzen. Daher wurde der mögliche Effekt längerer Schrankenschließzeiten entlang der Strecke München-Neufahrn durch mögliche zusätzliche Express-S-Bahnen zum Flughafen auch seitens der Bahn als mittelfristig lösungsbedürftig erkannt. Nach Auffassung der Bahn muss schnellstmöglich ein übereinstimmendes Interesse aller Beteiligten über die Art der Beseitigung der betroffenen Bahnübergänge herbeigeführt und die Finanzierung sichergestellt werden.“
Dazu erklären Singhammer und Unterländer:
„Für uns hat schon heute der Lärmschutz an der S-Bahn-Linie absoluten Vorrang und muss gerade im Falle weiterer Planungen für eine Express-S-Bahn als erstes befriedigend geklärt und von vornherein in die Planung mit einbezogen werden. Darüber hinaus ist für uns klar, dass eine nahezu Dauerschließung der Bahnschranken nicht hingenommen werden kann. Wir benötigen hierzu auch im Zusammenhang mit den Planungen umgehend ein ganzheitliches Verkehrskonzept, das auch den Pendlerverkehr in andere Verbindungsbereiche lenkt.“
Verantwortlich:
CSU-Bürgerbüro München-Nord
