Presseerklärung


Montag, 17. August 2009

Joachim Unterländer: ´Junge` soll auch ´Bub` sein dürfen! – stärkere Förderung von Mundart und Dialekt in Kindertagesstätten und Schule erforderlich

„Der ´Junge` soll auch ´Bub` sein dürfen! Es ist eindeutig nachgewiesen, dass die Förderung von Mundart und Dialekt zu einer umfassenden Sprachbildung und Sprachkompetenz von Kindern und Jugendlichen beiträgt. Kindertagesstätten und Schulen sollten hier verstärkt entsprechende Aktivitäten ergreifen!“, forderte der Münchner Landtagsabgeordnete Joachim Unterländer.

In einem aktuell in den Landtag eingebrachten Antrag vom 25.06.2009 (LT-Drs. 16/1636) fordert der Abgeordnete die Staatsregierung auf, dem Landtag und den zuständigen Ausschüssen zu berichten, welche Aktivitäten zur Mundart- und Dialektförderung in Kindertagesstätten und Grundschulen bzw. weiterführenden Schulen ergriffen werden. Den schleichenden Niedergang des Dialekts beklagt auch der Förderverein „Bairische Sprache und Dialekte e.V.“. So sprächen nur noch 5 Prozent der unter 20-Jährigen in München Dialekt. Auch in einer Studie der UNESCO wird Zeitungsberichten zufolge beispielsweise das Bayerische zur vom Aussterben bedrohten Sprache erklärt.

„Wir müssen neben den Erzieherinnen und Lehrkräften aber auch die engsten Bezugspersonen von Kindern und die Medien wieder zu mehr Mundartgebrauch ermuntern. Kinder sollten wieder von klein auf in den Familien Dialekte erlernen“, forderte Unterländer. Die Mundart wirke sich keineswegs – wie früher häufig vertreten – zum Nachteil ihrer Sprecher aus. Gerade Länder wie Bayern, Baden-Württemberg oder Sachsen, die stark von mundartlicher Kommunikation geprägt sind, belegten in der zweiten nationalen PISA-Studie vordere Plätze, auch im Lesen und beim Verständnis von Texten. „Auch die moderne Hirnforschung beweist die positiven Effekte der ´Zweisprachigkeit` von Dialektsprechern. Kinder, die Dialekt beherrschen, lernen schon früh, zwischen den verschiedenen Sprachebenen zu unterscheiden“, erläuterte der Abgeordnete. Unabhängig davon verfügten sie häufig über eine reichhaltigere Ausdrucksmöglichkeit. Unterländer: „Vieles lässt sich im Dialekt einfach viel nuancierter und feiner ausdrücken als in der Hochsprache.“

Verantwortlich:
Joachim Unterländer