Presseerklärung
Landtagsabgeordneter Joachim Unterländer fordert Beibehaltung und Ausdehnung des Ensembleschutzes in der Feldmochinger Straße
Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege prüft gegenwärtig, ob verschiedene Straßenzüge in historisch gewachsenen Stadtteilen in den Stadtrandgebieten weiterhin unter Ensembleschutz stehen sollen, d. h. dass der städtebauliche Gesamteindruck erhalten bleiben soll.
Nach entsprechenden Ortsterminen spricht sich MdL Joachim Unterländer mit Nachdruck dafür aus, dass das Ensemble in der Feldmochinger Straße erhalten bleibt.
Dazu Joachim Unterländer: „Auch wenn die Hauseigentümer berechtigterweise nach ihrem Bedarf Modernisierungen vorgenommen haben, so ist der Gesamteindruck der Feldmochinger Straße prägend für die seit mehreren 100 Jahren sich entwickelnde Feldmochinger Ortsgeschichte. Deshalb sollte unabhängig vom Denkmalschutzcharakter einzelner Gebäude das Ensemble erhalten und vielmehr noch um das Gemeindehaus, die Kirche St. Peter und Paul und das Kriegerdenkmal ausgedehnt werden.“
In einem entsprechenden Schreiben an den Generalkonservator und Leiter des Landesamtes für Denkmalschutz, Prof. Dr. Egon Johannes Greipl, (Schreiben siehe nachstehend) und den Vorsitzenden des Landesdenkmalrates, MdL Bernd Sibler, hat Unterländer auf diese Notwendigkeit hingewiesen und eine entsprechende Initiative gestartet.
Verantwortlich:
Joachim Unterländer
es folgt der Text des Schreibens vom 15.02.2010
Herrn Generalkonservator
Prof. Dr. Egon Johannes Greipl
Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Hofgraben 4
80539 München
Ensembleschutz in München – hier: Feldmochinger Straße
Sehr geehrter Herr Generalkonservator,
lieber Herr Prof. Dr. Greipl,
das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege prüft gegenwärtig die Aufhebung des Ensembleschutzes in gewachsenen und erst vor Jahrzehnten bzw. mehr als 100 Jahren eingemeindeten Gemeinden in den Stadtrandgebieten.
Dazu gehört auch das Ensemble an der Feldmochinger Straße, das bei einer Orts-besichtigung am 11.02.2010 besichtigt wurde. Wegen einer Landtagssitzung konnte ich den Termin leider nicht wahrnehmen. Vertreter der örtlichen Kulturvereine und des Bezirksausschusses haben jedoch den Termin wahrgenommen.
Ich bin der festen Auffassung, dass der Ensembleschutz, ohne hier einen Denkmalschutzcharakter geltend machen zu wollen, den besten und für die Betroffenen vertretbaren Schutz eines gewachsenen Ortsbildes darstellt.
Ich vertrete die Auffassung der Landeshauptstadt München, dass die Gestaltung der Feldmochinger Straße mit ihrer einheitlichen Giebelausrichtung sich sonst nicht aufrechterhalten ließe. Ich plädiere auch nachdrücklich dafür, innerhalb des traditionellen Ortskerns das Gebiet um die Kirche St. Peter und Paul, das Kriegerdenkmal und das ehemalige Gemeindehaus nördlich des bisherigen Bereiches mit einzubeziehen.
Unabhängig von einer aus Sicht der Hauseigentümer notwendigen Modernisierung und Durchführung von Neubauten ist dieser besondere Charakter, der sich aus der historischen Ortsentwicklung ergibt, weiterhin vorhanden.
Erlauben Sie mir in diesem Zusammenhang den Hinweis darauf, dass die jetzt vorhandene Siedlungsstruktur im Bereich der Feldmochinger Straße bereits mindestens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelt wurde. Dies beweisen auch Postkartenaufnahmen und Berichte von Historikern.
Aus dem Stadtteilbuch von Volker D. Laturell:
„… bebauten die einstigen Brachen und gewannen durch fortschreitende Trockenlegung und Kultivierung des Mooses neue Äcker und Wiesen. Dieser erweiterte Anbau brachte steigende Ernteüberschüsse, die mühelos zu gutem Preis in der sprunghaft wachsenden Stadt abgesetzt werden konnten. Vor allem florierte die so genannte Abmelkwirtschaft durch die direkten Milchlieferungen nach München. So stieg der Bestand an Pferden von 139 im Jahr 1956 bis 1930 auf 261, der an Rindern von 658 auf 802 und der an Schweinen gar von 40 auf 1.180. Die Einwohnerzahl Feldmochings entwickelte sich in der gleichen Zeit von 700 auf 5.000.
Durch den bescheidenen Wohlstand konnten es sich die Feldmochinger Ende des 19. Jahrhunderts endlich leisten, die zum Teil noch aus der Zeit vor dem 30jährigen Krieg stammenden, nicht unterkellerten Holzhäuser mit Ried- oder Stroheindeckung durch Steinbauten mit Ziegeldächern zu ersetzen. 1880 wurde in diesem Gebiet ein Feuerrequisiten- und Waaghaus mit gemeindlicher Waage gebaut, das in der Grundstruktur auch heute noch vorhanden ist. Das Feldmochinger Gemeindehaus an der Ecke Feldmochinger-/Josef-Frankl-Straße wurde im Jahr 1913 errichtet.“
Immer wieder erleben wir die Erfahrung, dass Gäste, die nach München kommen, bei der Ortseinfahrt aus dem Münchner Norden nach Feldmoching beeindruckt von dieser ländlichen Struktur sind. Dies ist ein Beweis dafür, dass der bisher geltende Ensembleschutz seine Wirkung erzielt hat.
Ich möchte deshalb mit Nachdruck darum bitten, dass eine positive Prüfung in diesem Sinne veranlasst wird.
Gleiches Schreiben erhält auch der Vorsitzende des Landesdenkmalrates, MdL Bernd Sibler.
Mit freundlichen Grüßen
Joachim Unterländer
