Presseerklärung


Dienstag, 06. Mai 2008

Besser aufbereitete Information für gehörlosen und schwerhörige Menschen

Gehörlose und schwerhörige Menschen vom Recht auf Information nicht weiter aussperren – für eine behindertenfreundliche Gestaltung der elektronischen Medien

Eine deutlich stärkere Untertitelung von Fernsehsendungen (vor allen Dingen auch der privaten Fernsehsender) fordert der sozialpolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, MdL Joachim Unterländer.

„In das Bayerische Gleichstellungsgesetz für Menschen mit Behinderung haben wir die Forderung aufgenommen, dass insbesondere für gehörlose und blinde Menschen der Zugang zu Fernsehen und Internet ohne Barrieren möglich ist. Bisher sind aber nur rund 8 % aller Fernsehsendungen untertitelt. Eine Vorbildrolle hat hierbei der Bayerische Rundfunk übernommen, der auch in diesem Jahr eine Initiative für eine Untertitelung der Nachrichtensendungen unternommen hat und heute mit 15,5 % aller Sendungen, die untertitelt sind, den zweiten Platz in Deutschland einnimmt.

Wir fordern alle Fernsehsender, die im Freistaat Bayern ausgestrahlt werden, auf, sowohl Nachrichtensendungen als auch Spielfilme und Unterhaltungsangebote schnellstmöglich mit Untertitelungen anzubieten. Dazu gehört eine Weiterführung der Zielbestimmung im neu zu beschließenden Bayerischen Behindertengleichstellungs-gesetz, die Forderung an die ARD und das ZDF, dem Beispiel des Bayerischen Fernsehens zu folgen und mehr in die Untertitelung von Nachrichtensendungen zu investieren sowie die Vergabe von Lizenzen an private Fernsehanstalten ab einer bestimmten Größe und einem bestimmten Einzugsbereich mit der Auflage zu versehen, dass künftig Angebote mit Untertiteln, die digital nur durch die Nutzer wahrnehmbar sind, bzw. Hörfilme angeboten werden.“

In einem gemeinsamen Pressegespräch mit MdL Unterländer haben Cornelia von Pappenheim, die Präsidentin der Bayerischen Gesellschaft zur Förderung Gehörloser und Schwerhöriger, Rudi Sailer, der ehrenamtliche Vorsitzende des Netzwerks Gehörloser Stadtverbände und Geschäftsführer des Gehörlosen-verbandes München und Umland sowie Bernd Schneider vom Gehörlosennetzwerk die Forderungen erhoben, dass

  • 100 % der Sendungen untertitelt werden,
  • 5 % der Sendungen mit Dolmetschereinblendungen (Gebärdensprach-dolmetscher) angeboten werden und
  • die Untertitelungen qualitativ gut vorbereitet werden.

Gegenwärtig ist die Situation bei vielen Nachrichtensendungen, Filmen und Unterhaltungssendungen so, als wenn man Fernsehen „ohne Ton“ genießen soll. Damit ist den gehörlosen und schwerhörigen Menschen ein wesentlicher Zugang zum Fernsehen verwehrt.

Verantwortlich:
Joachim Unterländer